Gross-Kanarien - virtuelle Ferienlandschaft mit kleinen Fehlern

Fortsetzung von Seite 3:

Die Dünen von Maspalomas: welche Theorie ist die Richtige?

Zwei Theorien grassieren in der Fachwelt, die auf unterschiedliche Weise die Entstehung der Dünen von Maspalomas erklären. Zum einen die Sahara-Theorie, die besagt, dass es sich um durch den Nordostpassat herangewehte Passatwinde handeln soll. Diese Theorie scheitert daran, dass der Sand älter ist, als die Sahara. Eine zweite Theorie behauptet beim Sand von Maspalomas handelte es sich um Korallen- und Muschelstaub, der vor der letzten Eiszeit vom Meeresboden herangespült worden sein soll. Ebenfalls eine hanebüchene Erklärung, denn warum sollten diese Korallenriffe nur an der Südspitze existiert haben? Dabei erklärt sich die Herkunft doch sehr simpel aus dem Namen selbst: Maspalomas bedeutet übersetzt "aber Tauben". Der eigenartige Name rührt aus Zeiten, als unselige Einkäufer in Mitteleuropa unterwegs waren, um Vogelarten für die virtuelle Insel zu erstehen. Damals existierte noch die "ehemalige DDR", welche den Neu-Kanariern zwar gute Preise machte, aber wenig Auswahl anbot. Auszug aus dem Verhandlungsprotokoll: "Könnten Sie uns dann bitte 300 Adler, 200 Schwalben und 800 Eichelhäher liefern?" - "Ham wa nich! Aba Tauben gennse haben!"
Es wurden daher 3500 Tauben zum Sonderpreis nach GC geliefert, die westlich von Playa del Ingles ausgesetzt wurden, um sich dort selbständig zu vervielfachen.
Bei den Dünen handelt es sich demnach unbestreitbar um versteinerten Taubenkot, der mit der Zeit vom Wind in feinste Kristalle zerrieben wurde.

Wanderdüne auf WanderschaftWenig bekannt ist auch die Tatsache, dass es sich um Wanderdünen handelt, welche der Urbevölkerung in finsteren Zeiten grosses Kopfzerbrechen bereitet hatte. Denn wie alle Wanderdünen pflegten auch diese hier des Nachts munter übers Land zu spazieren. Um keine allzu grossen Einbrüche in den Tourismuseinnahmen zu riskieren, hatte man eigens hierzu Dünenscouts und Dünenfänger ausgebildet, welche die renitenten Sandgebilde täglich ausfindig machten und wieder einfingen. In diesen Tagen waren oft die berühmten Radiomeldungen zu hören, die "Düne entlaufen" oder "Düne bei Mogan gesichtet" lauteten. Heute hat man das Problem auf elegante Weise gelöst: die Dünen wurden unterirdisch angekettet. Damit hat man zwar ein Problem gelöst, aber prompt ein weiteres geschaffen: Militante Düneninitiativen fordern die sofortige Beendigung der Massendünenhaltung und entführen schon mal die eine oder andere Düne, um sie im Gebirge auszusetzen. Meistens geht sie dort aber elend zugrunde, da sie es nicht gelernt hat, sich in Freiheit zu versanden. Hier wäre mal ein globaler Lösungsansatz nötig, der allen Parteien gerecht wird!

Grandiose Panoramen

Gleich kommen die Indianer bzw. die Kanaren?Was nun wirklich meisterhaft gelungen ist, das sind die atemberaubenden Landschaften im Inneren der Insel. Teilweise erinnert die schroffe Bergstruktur mit seinen gewindefixierten Kiefern und den einzelgesteckten Palmen derart echt, dass man unwillkürlich an den Südwesten der USA erinnert wird. Die Täuschung ist so sehr gelungen, dass die ersten Navajostämme aus Arizona einwandern und inzwischen Geburtsrechte anmelden. Zuweilen durchziehen giftgrüne "Kupferadern" das Gestein, sie werden einmal wöchentlich akribisch nachgepinselt. In den klaren Bergseen wurde tonnenweise pulverisiertes Wasser verbraucht. Und wenn ein Bediensteter der Wartungsmannschaft unter Tage mal wieder mit dem Kopf auf dem Knopf der Windmaschine einschläft, kommt ein kühles Lüftchen auf, welches sonnenverbrannten Touristen die Rückenrötung lindert.

Doch ab und zu erlauben sich die Programmierer auch einen kleinen Scherz, der allerdings nur dem aufmerksamen Wanderer ins Auge fällt, oder soll die in einem Bergdorf lokalisierte "Pizzeria Tunte" etwa ernst gemeint sein? Verquerer Humor der Programmierer oder ein Fehler in der Matrix? Die Frage werden wir wohl niemals beantworten können, und das ist auch gut so. Denn schliesslich wollen wir uns einen Rest des Mysteriums bewahren.


zurück zur Hauptseite Lyrikpower



Hier geht's zur Fotostrecke | Hier zum Gästebuch

Sonderlink: Olafs Reisebericht Gran Canaria (nützlich aber trotzdem witzig)